Mittwoch, 23. Januar 2008

Kegelrobben schlafen unter Wasser

Habe eben eine interessante Reportage aus der Reihe „Expeditionen ins Tierreich“ über die nördliche und westliche Nordsee im NDR-Fernsehen gesehen. Das interessanteste war jedoch eine kurze Randbemerkung, die mit Videoaufnahmen belegt wurde. Es wurden unter Wasser schlafende Kegelrobben (Halichoerus grypus) gezeigt.

Die Reportage zeigte schlafende Kegelrobben und diese Tiere schliefen unter Wasser, auf dem Grund, geschützt/versteckt zwischen großen Steinen und Tang. Ich hatte mir noch nie Gedanken darüber gemacht, wie diese Meeressäuger schlafen. Das sie schlafen ist klar, aber wie oder besser wo? An Land, im Wasser? Das sie auf dem Grund schlafen hat mich doch überrascht, denn die können ja nicht ewig da unten bleiben, irgendwann muss ihnen doch die Luft ausgehen.

Leider gab die Reportage keine weiteren Informationen zu diesem Phänomen, also Computer an und selbst recherchiert.

Seehunde und Robben schlafen tatsächlich sowohl an Land als auch im Wasser. Inbesondere bei der Jagd entfernen sie sich oft weit von ihren Schlafbänken und das regelmäßige zurückkehren und dann wieder zur Jagd aufbrechen ist energetisch ungünstig. Also schlafen sie im Wasser. Einige schlafen senkrecht im Wasser stehend, nur Nase und Augen schauen aus dem Wasser, andere lassen sich auf den Grund sinken. Damit sie nicht ertrinken, tauchen sie alle 5-10 Minuten wieder auf um Luft zu holen. Es wurde bewusst "einige" geschrieben, weil die konsultierten Internetquellen leider keine Auskunft darüber geben, ob das Schlafverhalten artspezifisch ist, oder die individuelle Entscheidung des einzelnen Tieres ist. Kegelrobben scheinen jedenfalls, sowohl an Land, also auch senkrecht im Wasser und auch auf dem Grund zu schlafen, was für eine individuelle Entscheidung zu sprechen scheint.

Ebenfalls interessant ist die Tatsache, dass bei Walen, Delfinen und einigen Robben immer nur eine Gehirnhälfte schläft, während die andere wach bleibt und die Schwimmbewegungen steuert. Im Falle einer Gefahr können die Tiere auf diese Weise auch sofort reagieren und müssen nicht, wie der Mensch, erst aufwachen.

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