Sonntag, 30. März 2008

Rasentagebuch - Tag 25

Der Rasen ist festig, der Versuch ist damit beendet. Das „Mähen“ des Rasens hat keine umwerfend neuen Erkenntnisse gebracht. Lediglich das der Rasen etwa eine Woche braucht um etwa 3 cm zu wachsen. Außerdem scheint der Rasen bei der vorhandenen Erd-/Bodenmenge nicht viel weiter zu wachsen als bisher. Aus technischen Gründen konnte dem Rasen nur eine Erdschicht von etwa 4-5 cm zur Verfügung gestellt werden, und da der Teil vom Rasen, der geschnitten wurde, in der vergangenen Woche den Längenverlust nahezu vollständig ausgeglichen hat, während die anderen Gräser nicht bis kaum weiter wuchsen, scheint die zur Verfügung gestellte Bodentiefe die kritische Menge oder Höhe für den Rasenwuchs zu sein. Demnach wächst der Rasen nur so stark, wie es ihm die Ausbreitungsfläche für seine Wurzeln erlaubt.

Am Tag 18 wurde ein Teil des Rasens geschnitten, um herauszufinden, wie die Graspflanzen auf den Schnitt, auf die Beschädigung reagieren. Verkümmern sie? Stellen sie das Längenwachstum zu Gunsten des Dickenwachstums ein? Wachsen sie erst in die Breite, dann in wieder in die Länge?

Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass sie (erwartungsgemäß) nicht verkümmern. Auch ein Dicken- oder Breitenwachstum ließ sich mit den vorhandenen Mitteln nicht feststellen. Was aber unübersehbar ist, ist das Längenwachstum des gemähten Teils.



Auf den beiden Bildern kann man gut erkennen, wie der geschnittene Teil des Rasens den ungeschnittenen Teil wieder eingeholt hat, bzw. wie wenig der ungeschnittene Teil in derselben Zeit gewachsen ist.



Eine der Fragen für diesen Schnitt war ja das möglicherweise veränderte Dicken- oder Längenwachstum. Hierbei konnten zwar keine gravierenden Unterschiede festgestellt werden, aber was auf diesem, leicht schiefem, Foto gut zu erkennen ist, ist das die ungemähten Halme (Links) alle noch ihre ursprüngliche Spitze haben, während die gemähten Halme (Rechts) alle eine breite Kante haben. Sie wirken dadurch massiger, breiter als die anderen Halme, sind aber gleich breit.



Auf diesem Bild erkennt man sehr schön, wie sich die Wurzeln in der Erde verbreitet haben und wie dicht ihr Geflecht nach 25 Tage ist. Diese Dichte des Geflechts und die fehlende Tiefe scheint der limitierende Faktor für die Wuchshöhe des Rasens zu sein.

Dienstag, 25. März 2008

Rasentagebuch - Tag 21

Seit ein paar Tagen, genauer seit Karfreitag, sind die Temperaturen in Rostock deutlich gefallen, Karsamstag hatten wir viel Wind und nahezu wagerecht „fallenden“ Schneeregen. Seitdem fallen immer wieder Schneeflocken, auch wenn es dazwischen sonnige Abschnitte gibt, in denen fast alles wegtaut, so ist es doch zu kalt für den Rasen, so dass dieser sein Wachstum erst einmal unterbrochen hat. Auch bei genauerem Hinsehen, lässt sich keine Veränderung feststellen, so dass quasi nebenbei auch noch bewiesen werden konnte, dass der Rasen bei Temperaturen unter 5-6 Grad Celsius nicht wächst.

Samstag, 22. März 2008

Rasenwachstum - Tag 18

Gestern wurde zu Testzwecken ein Teil des Rasens geschnitten, auch wenn einschlägige Quellen zur Gartenarbeit, wie beispielsweise http://www.hausgarten.net/rasen-und-wiese/rasen-pflegen-rasenpflege.html, behaupten, dass der Rasen nicht vor April, bzw. nicht vor einer Wuchshöhe von 10 cm gemäht werden soll. Aber Test ist Test und unser Testrasen ist inzwischen gut 8 cm hoch.

Der geschnittene Teil des Rasens wurde auf die als ideal bekannte Rasenhöhe von 3-4 cm gekürzt und das Schnittgut nicht als Mulchmaterial liegen gelassen.

Was wollen wir mit diesem Rasenschnitt? Nun es soll beobachtet werden, ob sich etwas verändert oder präziser, wie die Graspflanzen auf den Schnitt, auf die Beschädigung reagieren. Verkümmern sie? Stellen sie das Längenwachstum zu Gunsten des Dickenwachstums ein? Wachsen sie erst in die Breite, dann in wieder in die Länge?

Donnerstag, 20. März 2008

Rasentagebuch - Tag 15

Längenwachstum höherer Pflanzen

Je spezialisierter ein Organismus ist, bzw. je höher er organisiert ist, desto mehr funktionelle spezialisierte Zellen benötigt dieser Organismus.

Bei höheren Pflanzen ist es nun so, dass alle Zellen vom Meristem (Zellteilungsgewebe) erzeugt werden und erst danach morphologisch und physiologisch umgestaltet werden. Dazu gehören das Längen- und Dickenwachstum ebenso wie beispielsweise die Ausbildung spezifischer Zellinhaltsstoffe, so dass man insgesamt drei Phasen des Zellwachstums unterscheiden kann: Zellteilung, Zellvergrößerung und Differenzierung. Gesteuert wird dieses Wachstum über Hormone, so genannte Phytohormone. Diese werden in bestimmten Geweben gebildet und dann zu ihren Wirkungsort transportiert, also genauso wie bei Mensch und Tier.

Das Längenwachstum ist das wohl auffälligste Wachstum und wird hier daher auch besprochen. Die Zellen erweitern sich verstärkt in eine Richtung, so dass die Zelle nicht allgemein ihr Volumen vergrößert, sondern in der Länge gestreckt wird. An diesem Zellwachstum ist entweder die gesamte Zellwand beteiligt, oder nur ein Teil von ihr, im letzt genannten Fall spricht man dann vom „Spitzenwachstum“. Das Zellwachstum wird durch Vakuolenbildung und Wasseraufnahme verstärkt, während das Zellplasma nur in begrenztem Umfang vermehrt wird.

Die Zellen wachsen also aufgrund des erhöhten Zellinnendrucks (Turgordruck), der die Zelle ausdehnt. Der Zellwand werden dabei ständig neue Lagen aus Mikrofibrillen aufgelagert, so dass sie immer gleich dick bleibt. Erst beim Dickenwachstum ändert sich die Wanddicke der Zellwand, wodurch die Zelle zwar ihre Dehnbarkeit einbüßt, aber an Stabilität gewinnt.

Dienstag, 18. März 2008

Rasentagebuch - Tag 13

Ich habe heute mal zwei Fotos gemacht, die sich etwas von den sonst üblichen unterscheiden. Sind es sonst eher Übersichtsbilder, so gibt es heute das erste Detail.

Auf dem ersten Foto sieht man eine leider etwas verwackelte Aufnahme vom Boden, den darauf liegenden Samen und den daraus heraus wachsenden Grashalmen.



Auf dem zweiten Bild ist eine komplette Graspflanze zu bewundern. Sehr schön kann man die Primärwurzel erkennen, die gut doppelt so lang ist, wie der oberirdische Teil der Pflanze.

Montag, 17. März 2008

Rasentagebuch - Tag 12 - Süßgräser

Süßgräser (Poaceae oder Gramineae)

Die für diesen Versuch zum Pflanzenwachstum (Rasentagebuch) verwendeten Gräser sind allesamt Süßgräser, daher wird an dieser Stelle die Familie der Süßgräser kurz vorgestellt. Die Familie der Süßgräser gehört zur Ordnung der Poales und stellt die wirtschaftlich wohl bedeutendste Gräserfamilie dar (Getreide, Weidegräser). Ihre Arten sind weltweit verbreitet.

Halme meist stielrund und mit Ausnahme der Nodien (Ansatzstellen der Blätter) hohl. Jedes Blatt besteht aus einer langen Spreite und einer den Stängel meist umfassenden Blattscheide. Die einzelnen Blüten sind zu Blütenährchen zusammengefasst und diese wiederum sind zu rispen- oder ährenartigen Blütenständen zusammengefasst. Die Ährchen besitzen mindestens eine Hüllspelze und für die Einzelblüten jeweils eine Deckspelze als Tragblatt. Die Deckspelzen besitzen oftmals eine steife Borste (Granne).

Die meisten Arten sind krautig, die bekannteste Ausnahme sind die holzigen Bambusarten, deren Vegetationsperiode nicht nur ein oder mehrere Jahre sondern Jahrzehnte andauern kann.

Zu den bekanntesten Vertreter dieser Familie gehören die Reissorten (Oryzoideae), die Hirse, der Hafer, das Zuckerrohr, die Getreidesorten Weizen, Roggen, Gerste und natürlich die im Rasentagebuch vorgestellten Grassorten Phleum pratense, Lolium perenne und Lolium multiflorum.

Die Süßgräser dominieren heute die terrestrische Vegetation und haben damit auch die Ausbreitung großer Pflanzenfresser und auch des Menschen unterstützt. Auch wenn sich die heute landwirtschaftlich genutzten Arten stark von den Wildformen unterscheiden.

In der deutschen Wikipedia gibt es einen als exzellent ausgezeichneten Artikel zu den Süßgräsern.

Der Name „Süßgräser“ leitet sich vermutlich davon ab, dass diese Gräser sich als Viehfutter eignen, während „saure“ Gräser, wie beispielsweise Seggen nicht gefressen werden.

Freitag, 14. März 2008

Rasentagebuch - Tag 10

Heute nur ein Bild das den aktuellen Wachstumsstand dokumentieren soll. Für mehr reicht leider die Zeit nicht, aber am Montag gibt es weitere spannende Infos zum Graswachstum, dann zum Thema Süßgräser – Was sind das?

Mittwoch, 12. März 2008

Rasentagebuch - Tag 8 - Wiesenlieschgras

Wiesenlieschgras (Phleum pratense L.)
Auch: Wiesen-Lieschgras oder Timothee
Gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae)

Ein ausdauerndes horstbildendes Gras mit einer dicht besetzten, zylindrischen Scheinähre, das im Handel auch als Vogel- oder Katzengras verkauft wird. Innerhalb der Familie der Süßgräser gehört es zur Gattung der Lieschgräser.

Diese bis zu einen Meter großen Pflanzen blühen von Mai bis Juni, manchmal auch noch bis in den September hinein. Es kommt häufig auf nährstoffreichen, mäßig feuchten Weiden und Wiesen vor, bevorzugt kühle und luftfeuchte Lagen und ist jedoch recht empfindlich gegenüber Dürre und Schatten, dementsprechend selten kommt es als Pionierpflanze an Ruderalstandorten vor. Die Blätter auf beiden Seiten rau. Zusammen mit dem Deutschen Weidelgras (Lolium perenne L.) gelten seine Pollen als für Heuschnupfen und werden inzwischen auch in der Therapie/Impfung gegen den Heuschnupfen etabliert.

Die Pflanze ist trittunempfindlich und winterhart, was seine Stellung als wichtiges Futtergras sichert, auch wenn es früh anfängt zu verholzen und dann vom Vieh auf der Wieder verschmäht wird.


Auf dem Bild vom heutigen Tag kann man gut erkennen, wie sich das grüne Epikotyl (erster blattloser Sprossabschnitt einer Pflanze) aus dem Hypokotyl das (Keimstängel; Übergang von der Wurzel zum Stängel) herausschiebt.

Dienstag, 11. März 2008

Rasentagebuch - Tag 7 - Deutsches Weidelgras

Deutsches Weidelgras (Lolium perenne L.)
Auch: Englisches Raygras, Englisches Weidelgras, Ausdauernder Lolch, Dauer-Lolch oder Dinkelspelze
Gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae)

Dieses Gras ist ein, mit Ausnahme der Frostempfindlichkeit, unempfindliches und ertragreiches Gras. Es bevorzugt stickstoffreichen Boden mittlerer feuchte und bildet dort Horste aus. Staunässe verträgt diese Grassorte nicht. Rasen wird über die Ausläufer von Tochtertrieben aus Wurzelsegmenten gebildet. Die bis zu 70 Zentimeter langen Halme sind glatt und tragen stets unbegrannte Ährchen aus 2-10 Blüten, die vom Mai bis in den August hinein blühen.

L. perenne ist ein wichtiges Weidegras, da es sowohl gut auf Düngung anspricht, also auch Beweidung oder häufigen Schnitt sehr gut verträgt. Es gibt angeblich hunderte Zuchtsorten für alle Bereiche der Wirtschaft oder des öffentlichen Lebens in denen schnell wachsender und widerstandsfähiger Rasen benötigt wird, also sowohl für Landwirtschaft und Landschaftsgärtnerei als auch für Sportanlagen.



Die Bilder vom heutigen Tag zeigen sehr schön, wie immer mehr Samen aufkeimen.

Montag, 10. März 2008

Rasentagebuch - Tag 6

Immer mehr Samen fangen an zu Keimen. Was ist keimen? Laut wissen.de versteht man unter Keimung „die Weiterentwicklung der pflanzlichen Samen“. Bei der oberirdischen (epigäischen) Keimung wird als erstes die Wurzel ausgebildet, danach folgen dann die Keimblätter (Kotyledonen). Diese Anfänge sind auf den Bildern von Tag 5 auch schon wunderbar zu erkennen. Heute am sechsten Tag sieht man nun, wie das Hypokotyl sich zum Licht hin ausrichtet (= Phototropismus).

Pflanzen mit hypogäischer Keimung machen dieses nicht. Es würde auch keinen Sinn machen, die Blätter unter der Erde „auszufahren“, denn die Blätter sind einerseits zu empfindlich und andererseits macht es unter der Erde wenig Sinn auf Licht zu „hoffen“. Das bekannteste Beispiel aus dem Biologieunterricht ist die Feuerbohne (Phaseolus coccineus), sie bildet „nur“ die Wurzel aus, die den Samen aus der Erde hebt, dort bleiben die Keimblätter im Samen, das Hypokotyl (Keimstängel; Übergang von der Wurzel zum Stängel) streckt sich nur wenig. Sobald der Samen die Erdoberfläche durchbrochen hat, wächst das Epikotyl, der erste blattlose Sprossabschnitt einer Pflanze. Die Keimblätter sind also mit dem Rest der Samenschale dicht über dem Boden.

Sonntag, 9. März 2008

Rasentagebuch - Tag 5

Wer hätte das gedacht, uf der Packung steht „Keimung7-10 Tage bei 15 °Celsius und heute am Tag 5 ist es schon so weit, die Saat fängt an zu keimen. Bei einigen Samen sind die ersten Wurzeln zu erkennen, während bei anderen die ersten Keimblätter die Hülle durchbrechen und sich zur Sonne hin ausrichten. Leider kann ich noch nicht sagen, welche Samen zu welcher Rasensorte gehören, also lassen wir uns überraschen.

Auf den Bildern sind die Veränderungen mit roten Kreisen markiert damit sie einfacher zu finden sind.

Freitag, 7. März 2008

Rasentagebuch - Tag 5 - Welsches Weidelgras

Welsches Weidelgras (Lolium multiflorum L.)
Auch: Italienisches Raygras, Italienisches Weidelgras, Vielblütiges Weidelgras oder Vielblütiger Lolch.
Gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae)

Das Welsche Weidelgras ist ein horstbildendes Obergras mit begrannten Ähren und rauen Halmen. Ihre Blütezeit ist von Mai bis Juli. Das Gras wächst auf feuchten, nährstoffreichen Böden und bevorzugt humose Böden, speziell an Wegrändern, Schuttplätzen, ruderal beeinflusste Frischwiesen und Äckern. Es gehört zu den wichtigsten Weidegräsern und wird auch im so genannten Landsberger Gemenge, einer Saatmischung, die sowohl dem Futtergewinn, als auch der Bodenverbesserung dient, verwendet. Ursprünglich war es im Mittelmeerraum und Kleinasien beheimatet, inzwischen kommt es in nahezu allen gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel vor.

Einzelne Pflanzen können bis zu 1 m groß werden und bis zu einem Meter tief wurzeln. Die einzelne Ähre kann bis zu 30 cm groß werden und besitzt 20-30 wechselständige Ährchen, die zur Blütezeit fast wagerecht abstehen. Jedes Ährchen bildet 10 bis 20 Blüten aus, deren Deckspelze im Normalfall begrannt ist.

Rasentagebuch - Tag 3

Wie nicht anders zu erwarten war, ist an den ausgebrachten Samen noch keine Veränderung zu entdecken.

Mittwoch, 5. März 2008

Rasentagebuch - Tag 1

Der Rasen wurde nach Anleitung in eine Schale mit leicht feuchter, humusreicher Erde ausgebracht. Anschließend wurde noch einmal gewässert. Die Schale steht nun auf einer Fensterbank Richtung West-Süd-West, durch das ausreichend Sonne und Licht fallen sollte.


Dem Keimen steht also nichts mehr im Wege.


Rasentagebuch

Vorbereitung

An dieser Stelle entsteht ein „Rasentagebuch“, welches die einzelnen Wachstumsphasen von Samenpflanzen beschreiben soll. Es soll gezeigt werden, was wann und wie mit den (Rasen-) Samen passiert.

Der Rasen für den Versuch ist eine Fertigmischung von einem örtlichen Discounter verwendet. Es ist ein so genanntes Heimtier- und Ostergras, das ganzjährig in Schalen und Töpfen ausgesät werden kann und sowohl zu Dekozwecken, als auch als Frischfutter verwendet werden kann. Die Saat ist eine Mischung von 40% Welsches Weidelgras, 20% Wiesenlieschgras und 40% Deutsches Weidelgras. Das Saatgut ist ein zertifiziertes Saatgut, dessen bei richtiger Lagerung garantierte Keimfähigkeit bis Oktober 2008 angegeben wird. Es kann also davon ausgegangen werden, dass alles funktioniert

Die Saat soll nach 7-10 Tagen keimen, sofern sie warm (über 15° C) und hell steht und ausreichend feucht gehalten wird.

Also lassen wir uns überraschen. In den nächsten Tagen folgen Fotos und Berichte zum Wachstum.