Donnerstag, 27. November 2008

Bekannte Bildformate – RAW & JPEG

RAW-Format
Ein sehr speicherintensives Format, aber es ermöglicht dem erfahrenen Fotografen weitaus mehr Nachbearbeitungsmöglichkeiten, da es alle Bildinformationen, die der Sensor aufgenommen hat in der unbehandelten Ursprungsform, so wie der Sensor sie empfing, speichert. Die Nachteile dieses Formates sind, das jeder Digitalkamerahersteller seine eigenen Einstellungen und Parameter für das RAW-Format hat und auch wenn die sich zwischen den Herstellern kaum unterscheiden, so sind sie doch nicht kompatibel und diese Fotos benötigen etwa drei Mal so viel Speicherplatz, wie JPG-Fotos.

JPEG-Format
JPEG-Bilder sind immer eine komprimierte Version dessen, was der Sensor empfing, auch wenn die „Roh-JPEG-Bilder“ mitunter schon 5-6 MB groß sind. Die Bezeichnung „JPEG“ geht auf das Gremium Joint Photographic Experts Group zurück, das die JPEG-Norm entwickelt hat und die gebräuchliche Bezeichnung „JPEG-Datei“ oder „JPG-Datei“ ist nicht ganz richtig, denn JPEG ist nur ein Komprimierungsverfahren und legt nicht fest, wie das Ergebnis gespeichert werden soll, meistens wird es anschließend im JPEG File Interchange Format (JFIF) gespeichert.

Die Datenreduktion, egal mit welchem Format, ist immer verlustbehaftet und hängt neben dem Kompressionsverfahren auch vom Bild selbst ab, denn Bilder mit feinen Strukturen oder starkem Rauschen lassen sich nur sehr schwer bis überhaupt nicht verlustfrei komprimieren und es entstehen die unübersehbaren Kompressionsartefakte (Blockbildung, stufige Übergänge, Farbeffekte an Graukeilen)

Vergleich
Beim JPG-Format hat man 256 Graustufen für jeden Farbkanal, bei RAW hat man 1024 bis über 10.000 Helligkeitsabstufungen pro Farbkanal, je nach verwendeter Farbtiefe. Wer einen blauen Himmel zu fotografiert, der wird bei JPG immer leichte Stufen oder Blöcke haben, auch wenn diese im Motiv nicht vorhanden sind. Bei RAW ist der Farbverlauf stufenlos und auch ein nachträglicher Weißabgleich ist bei diesem digitalen Negativ problemlos möglich.

Und auch wer überbelichtete weiße Wolken oder dunkle Schatten nachbearbeiten möchte, ihnen mehr Konturen und Dreidimensionalität verleihen möchte, der hat bei JPG nur die Möglichkeit an der Gesamthelligkeit oder mit der Tonwertkorrektur herumspielen, was aber aufgrund der Kompression keine neuen Details sichtbar macht, sondern im Gegenteil beim Speichern erneut „unnötige“ Farbinformationen verwirft. Eine spätere Änderung ist dann nicht mehr möglich, weil die früher verworfenen Farbinformationen halt fehlen. Beim RAW-Format sind alle Farbinformationen noch vorhanden, und es gab keine Vorselektion, dadurch kann man bislang nicht sichtbare Details sichtbar machen, weil diese Details, im Gegensatz zum JPG-Bild, ja noch vorhanden sind und nur vom Monitor mit seinen 256 Helligkeitsstufen nicht angezeigt werden konnten.

Wer also als Amateur „profimäßig“ seinem Hobby nachgehen möchte, dem sei das RAW-Format empfohlen (Speicherplatz wird ja immer billiger), wer bei seinem Hobby deutlich weniger Wert auf die Nachbearbeitung legt oder sich mehr auf Schnappschüsse fokussiert, der ist mit einer nur gering komprimierenden JPG-Version gut bedient

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