Sonntag, 7. Dezember 2008

Das sollte eine Kamera können

Wer gute Fotos schießen möchte, der braucht nicht nur Talent, sondern auch eine gute Ausrüstung. Das ist klar und gerade jetzt zur Vorweihnachtszeit spielen mit dem Gedanken sich eine neue Kamera zuzulegen. Aber worauf sollte man achten? Ist es unbedingt notwendig ein Megapixel-Monster zu erweben oder reichen auch 4 oder 5 Megapixel aus? Was sollte die Kamera sonst noch können?

Für den absoluten Neueinsteiger lohnt es sich nicht eine digitale Spiegelreflex zu kaufen. Bei diesem Kameratyp wird ein gewisses fotografisches Grundwissen vorausgesetzt und einmal abgesehen davon, sind sie deutlich teurer. Man braucht ja nicht nur die Kamera, sondern auch mindestens ein Objektiv. Also warum viele hundert Euro ausgeben, wenn man noch gar nicht weiß ob einem das Fotografieren Spaß macht. Für Einsteiger ist eine Kompaktkamera am sinnvollsten! Aber welche? So eine kleine flache, die in jede Hemdtasche passt oder doch lieber eine, die „professioneller“ und dicker aussieht, aber dafür auf jeden Fall eigene Tasche benötigt?

Für den absoluten Neuling würde ich eine mittlere Kompaktkamera empfehlen, die gibt es schon für kleines Geld und man kann damit einfach mal ausprobieren, ob einem das Fotografieren wirklich Spaß macht. Falls es nämlich nicht zum neuen Hobby wird, sondern die Kamera nur gelegentlich bei Familienfeiern oder Partys verwendet wird, dann ist die Qualität der Kamera absolut ausreichend und der Preis war niedrig genug. Wenn aber die akute Gefahr besteht, dass die Fotografie zum neuen Hobby werden könnte, dann lohnt sich schon ein etwas tieferer Griff ins Portemonnaie. 

Aber mit dieser Entscheidung geht die Suche erst richtig los. Wie viele Megapixel soll die Kamera haben? Wie groß soll der Sensor sein? Welchen Speicherkartentyp, also SD- oder CF-Karten? Wie groß soll der optische Zoom sein, reicht 3-fach oder soll es 10-fach sein? Mit Bildstabilisator oder ohne? Und wie viele Motivprogramme oder manuelle Einstellmöglichkeiten? Fragen über Fragen, die gut Überlegt sein wollen. 

Schenken Sie den fotografiefremden Features keine Beachtung. Auch wenn der aktuelle Trend zu immer mehr zusätzlichen Funktionen, wie dem eingebauten MP3-Player geht. Auch wenn sie einen Mehrwert schaffen mögen, so doppeln sich die Funktionen doch mit andern elektronischen Begleitern und lenken vom der eigentlichen Aufgabe, gute Fotos zu liefern, ab. Darüber hinaus verbrauchen die Features natürlich zusätzlichen Strom, so dass dann im Zweifelsfall immer dann die Akkus leer sind, wenn ein tolles Motiv auftaucht.

Verfallen Sie nicht dem Megapixelwahn! Je mehr Pixel desto besser stimmt nämlich nicht oder nur bedingt. Richtig ist, dass die Pixel immer kleiner werden und immer mehr auf einen Chip, den Sensor, passen. Aber, je kleiner die Pixel werden und je geringer die Abstände zwischen den Pixeln werden, desto mehr stören sich die Pixel gegenseitig und untereinander. Es kommt zum so genannten Rauschen also leichten Farb- und Helligkeitsschwankungen, welches sich durch bunte Farbflecken bemerkbar macht. Einen guten Artikel dazu gibt es bei Colorfoto.de. Achten sie lieber auf einen möglichst großen Sensor, auch wenn das teurer ist als mehr Megapixel. Eine gute Darstellung der Sensorgrößen bietet der Fotopodcast Happy Shooting.de in einer seiner ersten Folgen

Noch ein paar Tipps:

Motivprogramme helfen dem Einsteiger. Man ist nicht gezwungen die Vollautomatik zu benutzen oder alle Einstellungen (Blende, ISO, Belichtungszeit, Blitz) manuell vorzunehmen. Die Motivprogramme bieten eine gängige Vorauswahl an Einstellungen für häufige Situationen (z. B. Landschaft, Porträt, Sport, Nacht,…) und lassen noch Spielraum für manuelle Einstellungen

Beim Zoom gilt es aufzupassen, nur der optische Zoom kann einen Bildausschnitt ohne Qualitätsverlust vergrößern, der digitale Zoom ist eine Mogelpackung. Er reduziert nur den Bildausschnitt, es stehen also weniger Pixel zur Verfügung und/oder er interpoliert die fehlenden Pixel. Interpoliert bedeutet, dass zwischen zwei Farbpunkte ein dritter Farbpunkt gerechnet wird. Dafür wird, im einfachsten Fall, einfach der Mittelwert zwischen den zwei umgebenden Farben gebildet. Das geht natürlich auf Kosten der Bildqualität.

Zum Verwackeln reicht schon das leichte drücken des Auslösers. Und auch bei Bildstabilisatoren ist Vorsicht geboten, denn nur die mechanischen Stabilisatoren gleichen die Zitterbewegungen der Hände aus. Bei den digitalen Stabilisatoren erfolgt, wie beim digitalen Zoom, nur eine Veränderung der Einstellungen. Dabei wird die Empfindlichkeit angehoben und so lediglich die Belichtungszeit verkürzt, aber nicht die Bewegung des Bildes auf dem Sensor unterbunden.

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