Donnerstag, 7. Januar 2010

Fototipp: Schnee fotografieren

Da ich gerade gefragt wurde, „Warum sehen die Fotos im Schnee alle so grau aus?“, hier noch einmal eine kurze erklärende Antwort.

Im Automatikmodus versuchen digitale Kameras eine ordentliche Belichtung des Bildes zu ermöglichen, das sollen sie ja auch, aber um das zu erreichen, gehen sie bei der Belichtungsmessung von einem Mittelwert aus. Soll heißen, „normale“ Bilder haben eine gewisse Helligkeit, wenn bei einem Foto der gemessene Wert darunter liegt, regelt die Kamera die Belichtungseinstellung so, dass das Bild heller wird, liegt er drüber, dunkelt sie ab.

Das Problem ist nun der Schnee, also eine große weiße Fläche, die viel Licht reflektiert, der Automatikmodus sieht sich das Bild an und kommt zu dem Ergebnis, dass es überbelichtet ist und dunkelt das Bild ab. Aber das stimmt in diesem Falle ja gerade nicht, man muss also manuell Gegensteuern und etwas überbelichten. Dazu einfach die Blende ein bis zwei Blendenstufen weiter öffnen und es entsteht ein Bild mit weißem Schnee.

Zum Vergleich mal ein paar Schnappschüsse aus dem Küchenfenster:


Das Bild mit der Vollautomatik


+1,5 Blendenstufen


+2 Blendenstufen

Bei den meisten Kameras ist die Belichtungskorrektur mit einem kleinen Plus/Minus-Symbol gekennzeichnet. Dort dann einfach auf +1 oder +1,5 oder auch +2 Stellen, je nach Situation. Wer keine manuelle Belichtungskorrektur an seiner Kamera finden kann, hat vielleicht Glück und der Kamerahersteller hat bei den Motivprogrammen ein Schneemotiv hinterlegt. Manchmal findet man diese Einstellungen auch irgendwo im Menu versteckt.

Ein ähnliches Problem gibt es auch beim Weißabgleich, da vermisst sich die Kamera ebenfalls recht häufig. Manchmal führt das zwar zu sehr interessanten Aufnahmen, aber wer beispielsweise einen Sonnenuntergang oder Schnee fotografieren möchte, bekommt leicht ein Problem. Die Kamera geht davon aus, dass die Bilder einen Grauanteil von 19 Prozent haben. Schnee hat deutlich weniger. Hier hilft es entweder die vorprogrammierten Einstellungen für den Weißabgleich auszuprobieren oder einen manuellen Weißabgleich zu machen. Man kann dieses natürlich auch später am Computer nachholen und der Bildbearbeitungssoftware sagen, was im Bild nun wirklich Weiß ist.


Dasselbe Bild, diesmal mit manuellem Weißabgleich.

Ach ja, zwei Dinge hätte ich fast vergessen:

1) Man sollte auf die Akkus aufpassen, denn Kälte und Akkus vertragen sich nicht. Also lieber einen zweiten oder dritten Akku in der Innentasche aufbewahren, da bleibt er warm und einsatzbereit, wenn der in der Kamera sich verabschiedet.

2) Wer mit der Kamera in der Kälte unterwegs war, der sollte sie langsam an eine warme Umgebung gewöhnen, sonst bildet sich Kondenswasser, das insbesondere bei digitalen Spiegelreflexkameras ins Gerät eindringen kann. Abhilfe schafft hier auch ein Plastikbeutel, in den man die Kamera noch in der kalten Umgebung steckt, dadurch kondensiert die Feuchtigkeit am Beutel und nicht an der Kamera.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

bei den bildern kann man schön sehen, was mit den kontrasten passiert, ganz unten ist ja nicht mehr soviel von den trittspuren im schnee zu erkennen, aber dafür ist der schnee weiß. Ich hätte lieber eine mischung aus den letzen beiden bildern als endgültige version genommen.

Anna hat gesagt…

Wieso bildet sich nur bei Spiegelreflexen Kondenswasser? Das tut es doch bei allen Gegenständen, die aus der Kälte in die Wärme kommen.

Anonym hat gesagt…

Stimmt, Kondenswasser bildet sich bei allen kalten Gegenständen, aber solange die fest verschlossen sind, passiert eigentlich nichts. Eine Spiegelreflex ist nun aber leider nicht so fest verschlossen und hat eine Menge elektrische Teile, die ausversehen freigelegt werden können (Speicherkarte, Spiegelkasten) und wenn da Feuchtigkeit reinkommt ist das schon blöd.

Maike hat gesagt…

Meiner Meinung nach hätte ein manueller Weißabgleich beim mittleren Bild (+ 1,5) zm besten Ergebnis geführt = schickes Weiß und ordeliche Kontraste. Das hier benutzte Weißabgleichsbild wirkt einfach überbelichtet.

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